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Notícias Tradition / Großer Unmut auf Facebook: „Mäertchen“ findet dieses Jahr ohne Jean la Gaufre statt

Roter.Teufel

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Tradition / Großer Unmut auf Facebook: „Mäertchen“ findet dieses Jahr ohne Jean la Gaufre statt

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Wieder ein Stückchen Luxemburger Kulturgut, das verloren geht. So sehen zumindest viele Facebook-Nutzer die unfreiwillige Abwesenheit von Jean la Gaufre beim diesjährigen „Mäertchen“. Der Geschäftsführer des langjährigen Familienbetriebs ist enttäuscht über die für ihn fatale Entscheidung der Stadt Luxemburg und übt scharfe Kritik.

Ein Facebook-Beitrag vom Freitag (5. April) löst eine Welle der Empörung aus: Jean-Marc Vandervaeren aka Jean La Gaufre verkündet, dass es auf dem diesjährigen „Oktave-Mäertchen“ keine Bude des Familienunternehmens geben wird. Für viele ist ein Besuch bei Jean la Gaufre Tradition, wo doch der Betrieb praktisch fester Bestandteil etlicher Luxemburger Volksfeste ist. Die Entscheidung, nicht teilzunehmen, sei jedoch nicht von Jean la Gaufre selbst getroffen worden, heißt es in dem Beitrag. Dafür sei die Luxemburger Stadtverwaltung verantwortlich. Sie habe sich einstimmig gegen die Teilnahme von dem „forain“ entschieden.

Jean-Marc Vandervaeren ist sauer. In dem Retour-Brief der Gemeinde steht, er habe seine Anfrage zu spät eingereicht und darum gebe es auch keinen Platz für ihn auf dem Jahrmarkt. Seit über 60 Jahren sei Jean la Gaufre fester Bestandteil des „Mäertchen“, der „Fouer“, und so weiter. „Luxemburg ist Teil meiner DNA“, meint der gebürtige Belgier im Gespräch mit dem Tageblatt.

Er kritisiert den vermeintlichen Gesinnungswechsel der zuständigen Gemeindeverantwortlichen. Früher hätten sich solche Angelegenheiten noch problemlos regeln lassen: „Es bestand eine Vertrauensbasis“ zwischen den Schaustellern und der Gemeindeverwaltung, sagt Vandervaeren. Heute gebe es jedoch keine Sicherheit mehr für die „forains“. „Es findet kein Dialog mehr statt“, bemängelt Vandervaeren.

Zu spät eingereicht, also selbst Schuld? Ganz so einfach scheint die Sachlage jedoch nicht zu sein. Vandervaeren behauptet nämlich, er hätte nicht nur eine, sondern gleich zwei Anfragen mit Empfangsbestätigung (fr.: accusé de réception) an die Stadtverwaltung geschickt: Die Erste im Januar 2023, die Zweite im Juni 2023 – die tatsächlich nach Fristende eingereicht wurde. Die zweite Anfrage habe er zur Sicherheit nachgereicht, weil er sich nicht mehr erinnern konnte, ob er schon einen Antrag gestellt hatte. Die Stadtverwaltung habe letztendlich aber nur auf die zweite Anfrage reagiert und sie als zu spät abgetan. Auf die erste habe es jedoch nie eine Rückmeldung gegeben, sagt Vandervaeren.

Eine „schändliche Entscheidung“

Jean la Gaufres Abwesenheit beim „Mäertchen“ habe nun „bedeutende finanzielle Verluste“ für den Schausteller zur Folge. Eine Alternative habe er bisher nicht gefunden. Er hofft, dass er zumindest kommendes Jahr wieder seinen Stand auf dem „Mäertchen“ aufrichten kann.

Vandervaerens Ankündigung schlug auf Facebook ein wie eine Bombe: Bis Dienstagmorgen, 9. April, wurde Vandervaerens Post bereits 173 Mal kommentiert und mit 176 Emojis versehen. „Honteux cette décision !“, schreibt ein Kommentierender. Mehrere geben sogar an, dass sie infolge dieser Entscheidung dieses Jahr ganz auf einen Besuch auf dem „Mäertchen“ verzichten wollen: „Un ‚Mäertchen‘ sans Jean la Gaufre est également un ‚Mäertchen‘ sans moi“. All die Solidaritätsbekundungen, die Jean la Gaufre im Netz zuteilwurden, seien zumindest ein kleiner Trost für ihn. „Da wird einem ganz warm ums Herz“, meint Vandervaeren.

Charles Hary, Präsident des Verbands der Luxemburger Schausteller (FNCF), meinte im Gespräch mit dem Tageblatt, dass es sich bei Jean la Gaufre um keinen Einzelfall handele. Mehreren Schaustellern sei die Teilnahme wegen zu später Einreichung der Anfrage verwehrt worden.

Das Tageblatt hat am Montagmittag die Stadt Luxemburg per E-Mail nach ihrer Sicht der Dinge befragt. Diese Antwort steht bisher noch aus.


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