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Roter.Teufel

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Ex-Kanzleramtschef Schmidt warnt:
Öl, Dünger, Essen! Europa droht die Preis-Spirale


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Berlin – Der Iran-Krieg geht weiter, die Energiekrise bleibt. Jetzt warnt Ex-Kanzleramtschef Wolfgang Schmidt (55), dass die Preissteigerungen eine Wirtschaftskrise in Deutschland auslösen könnten. Und die höheren Preise könnten viel länger bleiben als gedacht.

Schmidt, der nach Russlands Überfall auf die Ukraine 2022 in der deutschen Regierungszentrale gegen die Energiekrise kämpfte, warnt im Podcast von BILD-Vize Paul Ronzheimer (40) vor einer Preisspirale, die sowohl Bürger belastet als auch die Gesamtwirtschaft ins Stocken bringt.

Die erhöhten Ölpreise führten zu Preissteigerungen bei Benzin und Diesel. „Dies hat dann wiederum Effekte, zum Beispiel auf Spediteure, die für ihre Lkw-Touren sehr viel mehr Geld bezahlen müssen. Das kann dann wiederum die Preise erhöhen“, so Schmidt.

Für viele Unternehmen seien auch die Gaspreise problematisch. Seit der russischen Invasion der Ukraine sicherten sich viele Betriebe nicht mehr mit langfristigen Verträgen ab, sondern kauften zu aktuellen Marktpreisen ein: „Wenn der sich verdoppelt oder noch mehr, dann hat das Auswirkungen z.B. auf die Düngemittelpreise. Und die Düngemittelpreise haben dann wieder Auswirkungen auf die Nahrungspreise.“

Schmidt warnt: „Das heißt, was die Folge ist und was man jetzt befürchtet, ist eine höhere Inflation. Dass allgemein die Preise steigen. Das sorgt natürlich für schlechte Laune. Und dann der letzte Effekt, dass das Wirtschaftswachstum zurückgeht, weil natürlich jetzt die Produkte teurer werden, Unternehmen weniger einkaufen“ – und auch Verbraucher sparen, wenn sie „17 Euro, 18 Euro pro Tankfüllung mehr“ bezahlen. Der SPD-Politiker weiter: „Viele sparen das dann eben woanders ein, gehen weniger essen, gehen weniger ins Kino und Konzert, leisten sich weniger. Und das ist dann das, was man eben als Wirtschaftskrise bezeichnen kann. Noch sind wir da nicht. Aber je länger der Krieg dauert, desto schwieriger wird's.“

Zwar könnte die Europäische Zentralbank eingreifen und den Zinssatz erhöhen, um die Inflation abzubremsen, doch auch das löse Preissteigerungen bei den Bürgern aus, so Schmidt: „Fürs Bauen, für jeden, der eine Maschine kaufen will, etwas finanzieren will, sind höhere Zinsen automatisch eine Wachstumsbremse.“

Dem früheren Kanzleramtsminister zufolge werden die Auswirkungen des Krieges die Weltwirtschaft auch dann belasten, wenn der militärische Konflikt lange vorbei sei. „Selbst wenn er jetzt relativ zügig – sagen wir mal in zwei bis drei oder vier Wochen – zu Ende wäre, ist zu befürchten, dass die hohen Gaspreise bleiben. Die Kataris zum Beispiel haben schon gesagt, dass eine ihrer Anlagen so zerstört ist, dass sie drei bis fünf Jahre brauchen werden, die wieder aufzubauen. Das heißt, es wird auf eine längere Frist ein Teil des Gases im Weltmarkt fehlen.“

Bild Zeitung
 
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