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- Out 5, 2021
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Erstes Bundesland fordert:
Lehrer sollen keine Beamten mehr sein!
Dresden – Sachsen plant einen politischen Befreiungsschlag: Kultusminister Conrad Clemens (43, CDU) kündigt in BILD eine Initiative zur Abschaffung der Lehrerverbeamtung in allen Bundesländern an. Der Hintergrund: explodierende Kosten, düstere Haushaltsprognosen – und immer weniger Kinder.
Seit 2019 hatte Sachsen seine Lehrer wieder verbeamtet. Damals schien der Schritt alternativlos. Hohe Schülerzahlen, akuter Lehrermangel, massive Unterrichtsausfälle – und ein gnadenloser Wettbewerb der Länder um Nachwuchskräfte. Wer nicht verbeamtete, verlor den Lehrernachwuchs im Zweifel an die Konkurrenz im Nachbarland.
Doch was kurzfristig half, wird langfristig zum Problem. Denn verbeamtete Lehrer sind für den Staat deutlich teurer – vor allem im Alter. Während angestellte Pädagogen in der Rente meist unter 50 Prozent ihres letzten Einkommens erreichen, kassieren Beamte im Ruhestand bis zu 71 Prozent des letzten Gehalts – lebenslang und vollständig aus Steuermitteln finanziert.
34.000 Lehrer – und die Kosten explodieren
Allein in Sachsen gibt es aktuell rund 34.000 Lehrer, davon sind 14.200 im Beamtenstatus – Tendenz steigend. Damit stellen Lehrer den größten Einzelblock unter den Staatsbediensteten. Gleichzeitig explodieren Personal- und Verwaltungskosten.
Als Reaktion beschloss das Kabinett ein Reformpapier, das in Regierungskreisen bereits „Liste des Grauens“ genannt wird. 64 Spar- und Strukturpunkte mit einem klaren Ziel: weniger Personal, schlankere Verwaltung, geringere Folgekosten. Besonders brisant: Punkt 21. Dort heißt es knapp, aber eindeutig, man strebe eine Initiative „zur gleichzeitigen Abschaffung der Lehrerverbeamtung in allen Bundesländern“ an.
Clemens: „Aus der Zeit gefallen“
Hinzu kommt ein demografischer Faktor, der die Planer nervös macht. Demoskopen prognostizieren für die 2030er und 2040er Jahre einen massiven Schülerrückgang. In den Kitas ist der Geburteneinbruch bereits spürbar, spätestens Ende der 2020er Jahre trifft der Trend die Grundschulen. Bis 2040 sollen die Schülerzahlen laut Prognosen auf nur noch 60 Prozent des heutigen Niveaus sinken.
„Wir streben einen Deutschland-Pakt gegen Lehrerverbeamtung an. Denn die Abschaffung des Beamtenstatus für Lehrer geht nur gemeinsam. Nur so können wir den ruinösen Wettbewerb der Bundesländer beenden“, sagte Clemens zu BILD. Man könne sich die Verbeamtung schlicht nicht mehr leisten. Das Instrument sei „aus der Zeit gefallen“.
Sachsen will das Thema nun in die Kultusministerkonferenz tragen. Die Hoffnung: Angesichts ebenfalls angespannter Haushalte in fast allen Ländern stößt der Vorstoß auch bundesweit auf Zustimmung.
Bild Zeitung
Lehrer sollen keine Beamten mehr sein!
Dresden – Sachsen plant einen politischen Befreiungsschlag: Kultusminister Conrad Clemens (43, CDU) kündigt in BILD eine Initiative zur Abschaffung der Lehrerverbeamtung in allen Bundesländern an. Der Hintergrund: explodierende Kosten, düstere Haushaltsprognosen – und immer weniger Kinder.
Seit 2019 hatte Sachsen seine Lehrer wieder verbeamtet. Damals schien der Schritt alternativlos. Hohe Schülerzahlen, akuter Lehrermangel, massive Unterrichtsausfälle – und ein gnadenloser Wettbewerb der Länder um Nachwuchskräfte. Wer nicht verbeamtete, verlor den Lehrernachwuchs im Zweifel an die Konkurrenz im Nachbarland.
Doch was kurzfristig half, wird langfristig zum Problem. Denn verbeamtete Lehrer sind für den Staat deutlich teurer – vor allem im Alter. Während angestellte Pädagogen in der Rente meist unter 50 Prozent ihres letzten Einkommens erreichen, kassieren Beamte im Ruhestand bis zu 71 Prozent des letzten Gehalts – lebenslang und vollständig aus Steuermitteln finanziert.
34.000 Lehrer – und die Kosten explodieren
Allein in Sachsen gibt es aktuell rund 34.000 Lehrer, davon sind 14.200 im Beamtenstatus – Tendenz steigend. Damit stellen Lehrer den größten Einzelblock unter den Staatsbediensteten. Gleichzeitig explodieren Personal- und Verwaltungskosten.
Als Reaktion beschloss das Kabinett ein Reformpapier, das in Regierungskreisen bereits „Liste des Grauens“ genannt wird. 64 Spar- und Strukturpunkte mit einem klaren Ziel: weniger Personal, schlankere Verwaltung, geringere Folgekosten. Besonders brisant: Punkt 21. Dort heißt es knapp, aber eindeutig, man strebe eine Initiative „zur gleichzeitigen Abschaffung der Lehrerverbeamtung in allen Bundesländern“ an.
Clemens: „Aus der Zeit gefallen“
Hinzu kommt ein demografischer Faktor, der die Planer nervös macht. Demoskopen prognostizieren für die 2030er und 2040er Jahre einen massiven Schülerrückgang. In den Kitas ist der Geburteneinbruch bereits spürbar, spätestens Ende der 2020er Jahre trifft der Trend die Grundschulen. Bis 2040 sollen die Schülerzahlen laut Prognosen auf nur noch 60 Prozent des heutigen Niveaus sinken.
„Wir streben einen Deutschland-Pakt gegen Lehrerverbeamtung an. Denn die Abschaffung des Beamtenstatus für Lehrer geht nur gemeinsam. Nur so können wir den ruinösen Wettbewerb der Bundesländer beenden“, sagte Clemens zu BILD. Man könne sich die Verbeamtung schlicht nicht mehr leisten. Das Instrument sei „aus der Zeit gefallen“.
Sachsen will das Thema nun in die Kultusministerkonferenz tragen. Die Hoffnung: Angesichts ebenfalls angespannter Haushalte in fast allen Ländern stößt der Vorstoß auch bundesweit auf Zustimmung.
Bild Zeitung
