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- Out 5, 2021
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Ukraine-Beben nach Korruptionsvorwürfen:
Selenskyjs Stabschef tritt zurück
Kiew – Nachdem am Freitagmorgen im Rahmen von Korruptions-Ermittlungen die Büroräume von Wolodymyr Selenskyjs Stabschef Andrij Jermak durchsucht worden waren, trat dieser am Freitagnachmittag zurück. Das erklärte Selenskyj in einer Videobotschaft.
Jermak gilt als Strippenzieher im Hintergrund. Bei den Verhandlungen mit Washington über ein Kriegsende spielt er die zentrale Rolle. Vorige Woche ernannte ihn Selenskyj zum Chef des Verhandlungsteams. Die Personalie überraschte Beobachter in Kiew – schließlich steht auch Jermak wegen der Schmiergeld-Affäre unter Druck.
Der nun zurückgetretene Stabschef gilt als einer der einflussreichsten Männer der Ukraine und rechte Hand von Präsident Selenskyj. Die Durchsuchung am Freitagmorgen war Teil laufender Ermittlungen, wie das Nationale Antikorruptionsbüro (NABU) und die Antikorruptionsstaatsanwaltschaft (SAP) mitteilten.
Weitere Einzelheiten wurden zunächst nicht bekannt. Ein Bestechungsskandal erschüttert die Ukraine, die seit mehr als dreieinhalb Jahren Russlands Angriff abwehrt – und reicht bis in die Staatsführung.
Droht Jermak jetzt die Anklage?
Der Verdacht: Selenskyjs Stabschef soll in den Korruptionsfall um den staatlichen Atomkonzern Energoatom involviert sein. Laut Ermittlern handelt es sich um einen millionenschweren Schmiergeldkomplex, der nicht nur den Energiesektor, sondern auch den Rüstungsbereich betrifft.
Im Zentrum der Affäre steht der Unternehmer Tymur Minditsch, ein langjähriger Geschäftspartner Selenskyjs. Er soll hinter den Kulissen die Auftragsvergabe und Geldflüsse im Energiesektor kontrolliert haben. Im Zuge dessen mussten auch schon die ukrainische Energieministerin Switlana Hryntschuk und Justizminister Herman Haluschtschenko (früher selbst Energieminister) ihren Hut nehmen.
Schon am 24. November berichtete die „Ukrainska Prawda“, dass Jermak in den Korruptionsskandal verwickelt sei und die Ermittler ihn als „Ali Baba“ führen.
Daria Kaleniuk, Geschäftsführerin des Anti-Corruption Action Center, sagte gegenüber dem „Kyiv Independent“: „Durchsuchungen werden üblicherweise unmittelbar vor der Anklageerhebung gegen mögliche Verdächtige durchgeführt. Daher können wir heute oder sehr bald mit einer Anklage gegen Andrij Jermak rechnen.“
Bild Zeitung
Selenskyjs Stabschef tritt zurück
Kiew – Nachdem am Freitagmorgen im Rahmen von Korruptions-Ermittlungen die Büroräume von Wolodymyr Selenskyjs Stabschef Andrij Jermak durchsucht worden waren, trat dieser am Freitagnachmittag zurück. Das erklärte Selenskyj in einer Videobotschaft.
Jermak gilt als Strippenzieher im Hintergrund. Bei den Verhandlungen mit Washington über ein Kriegsende spielt er die zentrale Rolle. Vorige Woche ernannte ihn Selenskyj zum Chef des Verhandlungsteams. Die Personalie überraschte Beobachter in Kiew – schließlich steht auch Jermak wegen der Schmiergeld-Affäre unter Druck.
Der nun zurückgetretene Stabschef gilt als einer der einflussreichsten Männer der Ukraine und rechte Hand von Präsident Selenskyj. Die Durchsuchung am Freitagmorgen war Teil laufender Ermittlungen, wie das Nationale Antikorruptionsbüro (NABU) und die Antikorruptionsstaatsanwaltschaft (SAP) mitteilten.
Weitere Einzelheiten wurden zunächst nicht bekannt. Ein Bestechungsskandal erschüttert die Ukraine, die seit mehr als dreieinhalb Jahren Russlands Angriff abwehrt – und reicht bis in die Staatsführung.
Droht Jermak jetzt die Anklage?
Der Verdacht: Selenskyjs Stabschef soll in den Korruptionsfall um den staatlichen Atomkonzern Energoatom involviert sein. Laut Ermittlern handelt es sich um einen millionenschweren Schmiergeldkomplex, der nicht nur den Energiesektor, sondern auch den Rüstungsbereich betrifft.
Im Zentrum der Affäre steht der Unternehmer Tymur Minditsch, ein langjähriger Geschäftspartner Selenskyjs. Er soll hinter den Kulissen die Auftragsvergabe und Geldflüsse im Energiesektor kontrolliert haben. Im Zuge dessen mussten auch schon die ukrainische Energieministerin Switlana Hryntschuk und Justizminister Herman Haluschtschenko (früher selbst Energieminister) ihren Hut nehmen.
Schon am 24. November berichtete die „Ukrainska Prawda“, dass Jermak in den Korruptionsskandal verwickelt sei und die Ermittler ihn als „Ali Baba“ führen.
Daria Kaleniuk, Geschäftsführerin des Anti-Corruption Action Center, sagte gegenüber dem „Kyiv Independent“: „Durchsuchungen werden üblicherweise unmittelbar vor der Anklageerhebung gegen mögliche Verdächtige durchgeführt. Daher können wir heute oder sehr bald mit einer Anklage gegen Andrij Jermak rechnen.“
Bild Zeitung
