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- Out 5, 2021
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Schlaganfall bei Handball-Held Wahl (69):
Olympiasieger kämpfte sich ins Leben zurück
Frank-Michael Wahl (69), Olympiasieger und Handball-Ikone, sitzt am 30. August 2023 morgens in seinem Haus in Hessisch Oldendorf. Ein Blick aus dem Fenster, dann will er Kaffee holen. Plötzlich ist da nur noch Müdigkeit. Sein linkes Augenlid hängt, der Körper gehorcht nicht mehr.
Stundenlang hofft Wahl, dass es besser wird. Doch dann wird die linke Seite taub. Er ruft seine Lebensgefährtin an. „Ich habe schon so undeutlich gesprochen, dass sie mich fragte ,Hast du was getrunken?‘ Ich antwortete: ,Simone, ich glaub, ich hab einen Schlaganfall‘.“ Binnen Minuten ist der Rettungswagen da. Glück im Unglück: Die auf Schlaganfälle spezialisierte BDH-Klinik liegt nur 800 Meter entfernt. Wahl kommt auf die Intensivstation, übergibt sich noch auf dem Weg dorthin.
Handball-Legende Frank-Michael Wahl: Olympiasieger kämpfte sich nach Schlaganfall ins Leben zurück
Als er wieder zu sich kommt, steht ein ganzes Ärzteteam an seinem Bett. Wahl erinnert sich: „Den Mann in der Mitte fragte ich ,Sind Sie der Chef hier? Dann haben Sie dafür zu sorgen, dass ich morgen wieder zu Hause bin‘.“ Doch daraus wird nichts. Statt eines Tages bleiben es sechs Monate im Krankenhaus. Reha, Rückschläge, Geduld. Wahl kämpft sich zurück. „Beim Heilungsprozess“, sagt er, „kam mir meine Leistungssport-Vita zugute.“ Heute spricht Wahl klar. Sein linker Arm ist schlaff, das linke Bein steif. Den Rollator hat er verbannt. Für längere Wege nutzt er ein Stöckchen.
Dieser Kampf passt zu ihm. Denn Aufgeben gehörte nie zu seinem Spiel. Als Jugendlicher wechselt Wahl vom Schwimmen zum Handball. Mit 23 führt er das DDR-Team 1980 sensationell zu Olympia-Gold in Moskau. Im Finale gegen die favorisierte Sowjetunion wirft der linke Rückraumspieler fünf Tore, wird bester Feldtorschütze beim 23:22 nach Verlängerung. Trainer Klaus Langhoff: „Aufgrund seiner Leistungen war er schon 1980 bei den Olympischen Spielen einer der Chefs.“
Wahl, genannt „Potti“ (von Pottwal), wird zum Phänomen. 1412 Tore für deutsche Auswahlteams, 344 Länderspiele (davon 313 für die DDR), viermal Torschützenkönig der DDR-Oberliga, dreimal Handballer des Jahres. Sein Wurf wird mit bis zu 136 km/h gemessen. Nach der Wende spielt er in Hameln, bleibt der Region treu, arbeitet später als Trainer und Funktionär. Der Traum vom Olympiasieg 1992 mit dem gesamtdeutschen Team platzt nach einer Schulterverletzung: „Meine alte Form habe ich nie mehr erreicht.“
Jetzt kämpft Wahl einen anderen Kampf. Der einstige Sportstar hadert nicht. „Ich kann wieder allein in die Stadt gehen, zum Einkaufen, zur Fußpflege. Ich nehme am Leben wieder teil.“
Bild Zeitung
Olympiasieger kämpfte sich ins Leben zurück
Frank-Michael Wahl (69), Olympiasieger und Handball-Ikone, sitzt am 30. August 2023 morgens in seinem Haus in Hessisch Oldendorf. Ein Blick aus dem Fenster, dann will er Kaffee holen. Plötzlich ist da nur noch Müdigkeit. Sein linkes Augenlid hängt, der Körper gehorcht nicht mehr.
Stundenlang hofft Wahl, dass es besser wird. Doch dann wird die linke Seite taub. Er ruft seine Lebensgefährtin an. „Ich habe schon so undeutlich gesprochen, dass sie mich fragte ,Hast du was getrunken?‘ Ich antwortete: ,Simone, ich glaub, ich hab einen Schlaganfall‘.“ Binnen Minuten ist der Rettungswagen da. Glück im Unglück: Die auf Schlaganfälle spezialisierte BDH-Klinik liegt nur 800 Meter entfernt. Wahl kommt auf die Intensivstation, übergibt sich noch auf dem Weg dorthin.
Handball-Legende Frank-Michael Wahl: Olympiasieger kämpfte sich nach Schlaganfall ins Leben zurück
Als er wieder zu sich kommt, steht ein ganzes Ärzteteam an seinem Bett. Wahl erinnert sich: „Den Mann in der Mitte fragte ich ,Sind Sie der Chef hier? Dann haben Sie dafür zu sorgen, dass ich morgen wieder zu Hause bin‘.“ Doch daraus wird nichts. Statt eines Tages bleiben es sechs Monate im Krankenhaus. Reha, Rückschläge, Geduld. Wahl kämpft sich zurück. „Beim Heilungsprozess“, sagt er, „kam mir meine Leistungssport-Vita zugute.“ Heute spricht Wahl klar. Sein linker Arm ist schlaff, das linke Bein steif. Den Rollator hat er verbannt. Für längere Wege nutzt er ein Stöckchen.
Dieser Kampf passt zu ihm. Denn Aufgeben gehörte nie zu seinem Spiel. Als Jugendlicher wechselt Wahl vom Schwimmen zum Handball. Mit 23 führt er das DDR-Team 1980 sensationell zu Olympia-Gold in Moskau. Im Finale gegen die favorisierte Sowjetunion wirft der linke Rückraumspieler fünf Tore, wird bester Feldtorschütze beim 23:22 nach Verlängerung. Trainer Klaus Langhoff: „Aufgrund seiner Leistungen war er schon 1980 bei den Olympischen Spielen einer der Chefs.“
Wahl, genannt „Potti“ (von Pottwal), wird zum Phänomen. 1412 Tore für deutsche Auswahlteams, 344 Länderspiele (davon 313 für die DDR), viermal Torschützenkönig der DDR-Oberliga, dreimal Handballer des Jahres. Sein Wurf wird mit bis zu 136 km/h gemessen. Nach der Wende spielt er in Hameln, bleibt der Region treu, arbeitet später als Trainer und Funktionär. Der Traum vom Olympiasieg 1992 mit dem gesamtdeutschen Team platzt nach einer Schulterverletzung: „Meine alte Form habe ich nie mehr erreicht.“
Jetzt kämpft Wahl einen anderen Kampf. Der einstige Sportstar hadert nicht. „Ich kann wieder allein in die Stadt gehen, zum Einkaufen, zur Fußpflege. Ich nehme am Leben wieder teil.“
Bild Zeitung
