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Bulgarien in der Währungsunion:
Ärmstes EU-Land führt den Euro ein


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Sofia/Frankfurt – Bulgarien hat zum Jahreswechsel den Euro eingeführt und ist damit das 21. Land, in dem die europäische Gemeinschaftswährung gilt!

Um Mitternacht gab das ärmste Land der Europäischen Union die alte Währung, den „Lew“, auf und feierte die neue Währung: Es wurden Euro-Münzen auf das Gebäude der Zentralbank projiziert. Präsident Rumen Radew (62) bezeichnete die Euro-Einführung in einer Rede als „letzten Schritt“ der EU-Integration Bulgariens.

Auch aus Brüssel und Frankfurt kamen Glückwünsche. Die Präsidentin der Europäischen Zentralbank, Christine Lagarde (70), erklärte: „Ich heiße Bulgarien herzlich in der Euro-Familie willkommen.“ Der Euro sei ein „starkes Symbol“ für „gemeinsame Werte und kollektive Stärke“. EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen (67) sprach von einem „wichtigen Meilenstein“.
Hoffnung und Sorge

Der festgelegte Umrechnungskurs: ein Euro entspricht rund 1,96 Lew. Die Befürworter versprechen sich viel vom Euro. Keine Wechselgebühren mehr, leichterer Handel, mehr Touristen. Fast die Hälfte der bulgarischen Exporte geht ohnehin in den Euroraum.

▶ Kleine und mittlere Firmen sollen jährlich rund eine Milliarde Lew sparen. Und auch für Urlauber am Schwarzen Meer wird alles einfacher: kein Geldtausch mehr, bessere Preisvergleiche, bequemes Kartenzahlen.

Doch es mischt sich auch Skepsis unter die Neugier in Bulgarien. Zwar werden Preise jetzt doppelt ausgezeichnet – in Lew und Euro. Doch viele fürchten, dass Händler aufrunden und am Ende alles teurer wird. Umfragen zeigen: Rund die Hälfte der Bevölkerung glaubt nicht, dass der Euro ihr Leben verbessert. Das Schlagwort vom „Teuro“ geht um.
Neue Währung, aber keine Regierung

Besonders brisant: Bulgarien führt den Euro ohne eine reguläre Regierung ein. Nach Protesten trat das dortige Kabinett im Dezember zurück, ein Staatshaushalt für 2026 fehlt. Präsident Radew kritisierte den Ablauf scharf und forderte ein Referendum – vergeblich!

▶ Fakt ist: Der Lew war schon seit Jahren fest an den Euro gekoppelt. Ökonomisch ändert sich wenig, politisch aber ist der Schritt groß. Bulgarien sitzt nun endgültig mit am Euro-Tisch – trotz Korruption, Armut und Dauerkrisen.

Bild Zeitung
 
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