- Entrou
- Out 5, 2021
- Mensagens
- 60,199
- Gostos Recebidos
- 1,758
„Hölle auf Erden“:
Maduro machte Einkaufszentrum zu Foltergefängnis
Caracas (Venezuela) – Es ist das Symbol für Unterdrückung, Angst und Folter in Venezuela. Ein Symbol aus Beton, schon von weitem zu sehen: El Helicoide (dt. Spirale/Helix). Unter Präsident Nicolás Maduro (63) wurde das futuristische Bauwerk im Herzen von Caracas zum berüchtigten Folterkerker, in dem politische Gegner misshandelt wurden. Man sagt: Immer, wenn das Licht in der Zelle flackerte, wussten die Gefangenen, nebenan wird wieder jemand grausam mit Elektroden gefoltert.
Geschichte wiederholt sich: Wenn Diktatoren fallen, kommen die erschreckenden Verbrechen ans Licht, mit denen das Regime das eigene Volk unterdrückte. So war es in Syrien, so ist es jetzt in Venezuela.
Folterzellen statt Boutiquen im El Helicoide
El Helicoide sollte mal ein Zeichen des Aufbruchs sein. Das modernste Einkaufszentrum Südamerikas mit 300 Boutiquen, über eine 2,5 Kilometer lange Rampe direkt per Auto erreichbar. Es kam anders: Nach langem Leerstand zogen Behörden ein. Darunter der Geheimdienst SEBIN, der ab 2010 ein Gefängnis darin aufbaute.
Das Gefängnis bekam rasch den Namen „Hölle auf Erden“. Der Oppositionelle Rosmit Mantilla (43) berichtete dem „Telegraph“ über das Leid der Insassen: „Einige verloren ihr Augenlicht, weil ihnen Elektroden ins Auge gesetzt wurden.“ Er wurde zwei Jahre lang in El Helicoide festgehalten. „Fast alle wurden wie tote Fische aufgehängt und gefoltert.“
Gefangene berichten über Gräueltaten
Gefangene berichteten von sexualisierter Gewalt, Elektroschocks, Erstickungsversuchen mit Tränengas-Säcken, jahrelanger Isolation. Mantilla wurde zusammen mit 22 anderen Personen in der 4,8 mal 2,7 Meter großen Zelle „El Infiernito“ („Die kleine Hölle“) eingesperrt, in der es „keine natürliche Belüftung gibt und man Tag und Nacht in grellem Licht steht, was einen desorientiert“. In den sogenannten „White Rooms“ (dt.: „Weiße Räume“) wurde der Effekt durch den weiß gefliesten Boden verstärkt. Die Häftlinge litten permanent unter Schlafentzug.
Als Toiletten dienten Eimer, die oft wochenlang nicht geleert wurden. „Wir haben dahin uriniert, wo wir unser Essen gelagert haben“, so Mantilla. Ein anderer Häftling sagte dem argentinischen Sender Todo Noticias: „Sie haben mir eine Plastiktüte über den Kopf gezogen, begannen mich zu ersticken.“
Gefängnis ist immer noch in Betrieb
Die Hölle sollte nach der Festnahme von Ex-Machthaber Maduro enden. US-Präsident Donald Trump (79) kündigte die Schließung an. Interimspräsidentin Delcy Rodríguez (56) habe nach Gesprächen mit US-Vertretern bereits hunderte Gefangene freigelassen. „Wir machen große Fortschritte“, schrieb Trump auf Truth Social. Doch laut der venezolanischen Menschenrechtsorganisation Foro Penal verlaufen die Freilassungen schleppend. Das könnte auch daran liegen, dass manche Gefangene inzwischen verstorben sind – ohne dass ihre Familien informiert wurden. Oder, dass die Folterspuren so sichtbar sind, dass man ihre Freilassung verzögert. Die UN vermuten noch immer etwa 800 politische Gefangene in Venezuela.
Bild Zeitung
Maduro machte Einkaufszentrum zu Foltergefängnis
Caracas (Venezuela) – Es ist das Symbol für Unterdrückung, Angst und Folter in Venezuela. Ein Symbol aus Beton, schon von weitem zu sehen: El Helicoide (dt. Spirale/Helix). Unter Präsident Nicolás Maduro (63) wurde das futuristische Bauwerk im Herzen von Caracas zum berüchtigten Folterkerker, in dem politische Gegner misshandelt wurden. Man sagt: Immer, wenn das Licht in der Zelle flackerte, wussten die Gefangenen, nebenan wird wieder jemand grausam mit Elektroden gefoltert.
Geschichte wiederholt sich: Wenn Diktatoren fallen, kommen die erschreckenden Verbrechen ans Licht, mit denen das Regime das eigene Volk unterdrückte. So war es in Syrien, so ist es jetzt in Venezuela.
Folterzellen statt Boutiquen im El Helicoide
El Helicoide sollte mal ein Zeichen des Aufbruchs sein. Das modernste Einkaufszentrum Südamerikas mit 300 Boutiquen, über eine 2,5 Kilometer lange Rampe direkt per Auto erreichbar. Es kam anders: Nach langem Leerstand zogen Behörden ein. Darunter der Geheimdienst SEBIN, der ab 2010 ein Gefängnis darin aufbaute.
Das Gefängnis bekam rasch den Namen „Hölle auf Erden“. Der Oppositionelle Rosmit Mantilla (43) berichtete dem „Telegraph“ über das Leid der Insassen: „Einige verloren ihr Augenlicht, weil ihnen Elektroden ins Auge gesetzt wurden.“ Er wurde zwei Jahre lang in El Helicoide festgehalten. „Fast alle wurden wie tote Fische aufgehängt und gefoltert.“
Gefangene berichten über Gräueltaten
Gefangene berichteten von sexualisierter Gewalt, Elektroschocks, Erstickungsversuchen mit Tränengas-Säcken, jahrelanger Isolation. Mantilla wurde zusammen mit 22 anderen Personen in der 4,8 mal 2,7 Meter großen Zelle „El Infiernito“ („Die kleine Hölle“) eingesperrt, in der es „keine natürliche Belüftung gibt und man Tag und Nacht in grellem Licht steht, was einen desorientiert“. In den sogenannten „White Rooms“ (dt.: „Weiße Räume“) wurde der Effekt durch den weiß gefliesten Boden verstärkt. Die Häftlinge litten permanent unter Schlafentzug.
Als Toiletten dienten Eimer, die oft wochenlang nicht geleert wurden. „Wir haben dahin uriniert, wo wir unser Essen gelagert haben“, so Mantilla. Ein anderer Häftling sagte dem argentinischen Sender Todo Noticias: „Sie haben mir eine Plastiktüte über den Kopf gezogen, begannen mich zu ersticken.“
Gefängnis ist immer noch in Betrieb
Die Hölle sollte nach der Festnahme von Ex-Machthaber Maduro enden. US-Präsident Donald Trump (79) kündigte die Schließung an. Interimspräsidentin Delcy Rodríguez (56) habe nach Gesprächen mit US-Vertretern bereits hunderte Gefangene freigelassen. „Wir machen große Fortschritte“, schrieb Trump auf Truth Social. Doch laut der venezolanischen Menschenrechtsorganisation Foro Penal verlaufen die Freilassungen schleppend. Das könnte auch daran liegen, dass manche Gefangene inzwischen verstorben sind – ohne dass ihre Familien informiert wurden. Oder, dass die Folterspuren so sichtbar sind, dass man ihre Freilassung verzögert. Die UN vermuten noch immer etwa 800 politische Gefangene in Venezuela.
Bild Zeitung
